Fahrzeuge

Aus alt wird neu: Umbau und Redesign der Gebrauchtfahrzeuge

Für den Betrieb im Teutoburger Wald werden 19 Gebrauchtfahrzeuge vom Typ Stadler FLIRT eingesetzt. Die Fahrzeuge werden seit 2007 von der Westfalenbahn betrieben und zum Betriebsstart im Dezember 2017 durch Keolis übernommen. Um den gestiegenen Anforderungen an Reisekomfort und Sicherheit gerecht zu werden und die Fahrzeuge für die nächsten 15 Jahre vorzubereiten, sind zahlreiche Umbaumaßnahmen vorgesehen.

Umbaumaßnahmen:

  • Neues Außendesign
  • Austausch aller Tische
  • Austausch aller Kopfstützen
  • Erneuerung der Polster
  • Nachrüstung eines automatischen Fahrgastzählsystems
  • 17 Zoll Videodisplay
  • Einbau zusätzlicher Steckdosen
  • Modernisierung des Videoaufzeichnungsystems
  • Vorrüstung eines WLAN Systems 

Neue Fahrzeugflotte

Für den Einsatz im Teutoburger-Wald-Netz kommen 19 FLIRT und weitere acht neue FLIRT³ des Berliner Schienenfahrzeugherstellers Stadler Pankow zum Einsatz.

Der Einsatz der Fahrzeuge erfolgt im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Bielefeld und Hengelo (Niederlande). Für Fahrten auf den niederländischen Strecken sind die FLIRT zusätzlich mit dem Zugsicherungssystem ETCS Level 2 sowie ATB ausgestattet.

Die fünfteiligen FLIRT können bis zu 532 Passagiere befördern, 266 davon auf komfortablen Sitzplätzen. Im Bereich der ersten Klasse wurde das Platzangebot von bislang 16 auf 24 Sitze erhöht. Zudem ist Platz für 24 Fahrräder pro Zug.

Die Fahrzeuge verfügen über großzügig gestaltete Multifunktionsabteile in allen Einstiegsbereichen, breite Einstiege sowie Spaltüberbrückungen – dieses fördert einen schnelleren Fahrgastwechsel. Der Komfort der neuen Fahrzeuge wird durch ein mehrsprachiges Fahrgastinformationssystem, LED-Leuchten im Innenraum und Steckdosen an allen Sitzen ergänzt. Pro Wagen sind vier Sicherheits-Kameras mit einer sehr hohen Bildauflösung installiert.

Der gesteigerte Komfort ist auch für das Personal an Bord spürbar: Neben einer separaten Klimatisierung für die Triebfahrzeugführer besteht auch ein separater Zugang zum Fahrerstand. Beim Vorgänger erfolgt der Einstieg durch den Fahrgastraum. Zusätzlich ist der Fahrerarbeitsplatz nach neuesten Erkenntnissen ergonomisch gestaltet. Die Fahrzeuge erfüllen die Anforderungen der DIN EN 15227 (Crash Norm).


Verkehrsbetrieb über die Landesgrenzen

Für den Betrieb in die Niederlande werden neue FLIRT³ Mehrsystem­züge eingesetzt, da in beiden Ländern unterschiedliche Bahn­stromnetze vorzufinden sind.

Mit der Erweiterung der Strecke in die benachbarten Niederlande nach Hengelo ergibt sich erstmals ein Lückenschluss im Bedienungsgebiet von Keolis. Sowohl in Oldenzaal als auch in Hengelo bestehen Umsteigemöglichkeiten mit den Linien der niederländischen Keolis-Tochter Syntus.

Syntus kann dabei bereits auf Erfahrungen zurückblicken, da sie die Strecke von 2010 bis 2013 zwischen Bad Bentheim und Hengelo unter dem Markennamen „Grensland Express“ betrieb.